Montag, 28. Juli 2014

Wenn's um die Wurst geht.

Neue Woche, neue Themen! 

Ich werde das Thema Ernährung noch mal kurz anschneiden, und gewiss nochmal aufgreifen wenn Ian soweit ist für Beikost. Heute möchte ich über Ärzte schreiben, über Menschen die es zu ihrem Beruf gemacht haben, anderen Menschen zu helfen.

Abgesehen von meinem damaligen Kinderarzt, der wirklich großartig war (sehr informiert, stets in Zivil, einfühlsam und geduldig) bin ich heutzutage wirklich nur noch mit meinem Gynäkologen zufrieden.
Den Hausärzten habe ich schon lange abgeschworen, weil ich (nachdem ich mich durch vier verschiedenen durchprobiert habe über die Jahre) mit keinem auch nur annähernd zufrieden war.
Die Ärztin die ich gerne hätte nimmt keine Patienten mehr auf und somit habe ich es dann wohl möglich auch komplett aufgegeben mir darüber noch weitere Gedanken zu machen.



Ich habe alles mögliche erlebt, davon, dass einem nicht geholfen wird, über die Tatsache, dass gleich Pillen gegeben werden obwohl man es vielleicht auch anders angehen könnte bis hin zum unmöglichen Angebot erst einmal Geld für einen Termin zu bezahlen. Liebe Leser/innen, das sind unsere Ärzte in Deutschland!

Und nun, da ich für mich abgeschworen habe, mit diesen Halunken und Betrügern, sehe ich mich dennoch mit ihnen konfrontiert, nämlich dann wenn es um das Wohl und die Gesundheit meines Kindes geht. Zugegeben ist Ians Kinderärztin wirklich sehr nett und kompetent, aber mir fehlt jemand, der nicht nur strikt nach Lehrbuch vor geht.
Das beginnt jedesmal bei der Diskussion (ja, bei jedem Besuch) über diese beknackten Vitamin D Tabletten. Ich sagte ihr nun (alle vier Mal die wir nun dort waren), dass ich Ian das nicht geben werde und jedesmal fängt sie damit an. Ich bin ganz bei Ihnen, wenn Sie jetzt denken, dass es ihre Pflicht als Ärztin ist mich darüber zu informieren - vollkommen korrekt! Aber ich habe mich auch informiert und es ihr ausdrücklich geschildert und raus kam, was rauskommen musste, sie ist die Ärztin, sie hat recht.
Gut, lassen wir das. Nun ist es aber wie folgt: Dadurch, dass ich mich viel mit Ernährung auseinander gesetzt habe, habe ich auch von vielen anderen Mamis gelesen, die ihre Kinder streng vegan ernähren. Da musste ich erstmal schlucken, denn Frau Doktor war schon vor vielen Wochen ganz aufgeregt wann ich Ian denn Beikost geben will, nicht grade erfreut als ich meinte, ich würde ihn bis zum 6. Monat vollstillen und dann kam sofort der Einwurf, dass er aber UNBEDINGT sofort Fleisch braucht, weil nur Fleisch die einzige und wichtigste Eisenquelle überhaupt ist.


Also, schon bevor ich auf Fleisch verzichtet habe, wusste ich, dass das totaler Blödsinn ist und ich kann Ihnen auf Anhieb fünf Gemüsesorten nennen die viel und auch mehr Eisen enthalten als Fleisch.
Kurz dazu: Außer Frage steht, dass Tierleber viel Eisen (22mg pro 100g Leber) enthält, jedoch habe ich je Leber gegessen, noch würde ich es Ian vorsetzen. Deshalb kann man bei Fleisch (Schwein, Rind, Huhn) mit einem ungefähren Eisengehalt von 2,5 bis 3mg pro 100g Fleisch ausgehen.
Nun zum Gemüse: Linsen (7mg/100g), Pfifferlinge (6,5g/100g), weiße Bohnen (6g/100g), Petersilie frisch(3,3g/100g) o. getrocknet (97,8g/100g), Sonnenblumen-, Pinien-, Kürbiskerne (6-12g/100g) - selbst Haferflocken und Roggenbrot haben mehr Eisen als ein Durschnittsfleisch!

Zurück zum Punkt: Nun las ich von den Veganen-Mamis, die ihre Babys vegan ernährten und, kaum eine bekam vernünftige Unterstützung. Es muss doch möglich sein, zum Kinderarzt zu gehen und zu sagen "Frau Doktor, ich bin Veganerin und möchte mein Kind vegan oder wenigstens vegetarisch ernähren, was können wir tun um einen Mangel zu verhindern?"
Da Frau Doktor aber sich dann zusätzlich noch informieren müsste kommt einfach ein "Das ist nicht möglich, füttern Sie FLEISCH!!!!"

Mein Freud lässt mir freie Hand bei der Ernährung von Ian, weil er weiß, dass ich mich belese und er vertraut mir, dass ich schon das richtige tun werde. Doch was ist das richtige?
Wie kann ich Ian Fleisch reichen, wenn ich überzeugt bin, dass Fleisch krank macht, ungesund ist und ich zudem keine Massenzucht unterstützen möchte?!
Für mich(!) wäre es das richtige ihn vegetarisch zu ernähren, aber seine Kinderärztin hätte es am liebsten wenn ich ihm statt Muttermilch Fleisch serviere.
Ich bin in solchen Dingen sehr faktisch. Die Fakten sind in diesem Fall Zahlen die belegen, dass der Grundwert auf 100g bei Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst und Getreide an Eisen wesentlich höher liegt als beim Fleisch. Doch stellt sich mir die Frage ob es realistisch ist? Ich meine 100g Fleisch sind immerhin schneller verputzt als 100g Petersilie.
Während der Schwangerschaft waren meine Eisenwerte sehr gut und vielen erst um die 20.SSW rum ab, worauf hin ich (auf Druck von außen) wieder 2x die Woche Fleisch aß.

Doch was nun mit meinem Sohn tun? Wenn man eine Kinderärztin hätte, die einem den Rücken stärkt, auch wenn es nicht dem entspricht was sie im Lehrbuch vorfindet, so ist es nicht ihre Aufgabe ihrem Patienten (in dem Fall meinen Sohn) zu helfen? Regelmäßig zu kontrollieren ob er gut gedeiht, ob seine Entwicklung dem entspricht wie sie sein sollte, evtl. Blutwerte kontrollieren?!


Und ich als Mutter? Soll ich auf meinen Instinkt hören? Auf die Zahlen und Fakten? Auf die Ärztin? Auf die Werbung? Auf die Großmütter und Tanten?

Es hat schon seine Gründe wieso mein Freund und ich niemanden mehr was aus unserem Leben erzählen, jeder gibt ungefragt seinen Senf dazu und man muss mit den Leuten über Dinge diskutieren die sie nichts angehen. Vorteil für uns ist, dass wir unsere eigene Erfahrungen machen und unseren eigenen Weg gehen. Traurig ist jedoch, dass man niemanden hat mit dem man sich austauschen kann. Niemand der einen Unterstützt und auch mal sagt "Ihr macht das echt super mit dem Kleinen".

Aber das bleibt aus und so stehe ich allein mit der Frage der Ernährung da.
Glücklicherweise habe ich noch ein wenig Zeit...

Kommentare:

  1. Nur weil einige Gemüsesorten einen höheren Eisengehalt aufweisen als die gängigen Fleischsorten, heißt das noch lange nicht, dass dieses Eisen auch besser vom Körper verwertet werden kann als das Eisen vom Fleisch. Die Eisenwerte, die Sie dort aufzählen besitzen somit absolut keine Aussagekraft und zeugen für mich lediglich von oberflächlichem Halbwissen.

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  2. Danke für Ihren Kommentar.Richtig, Eisen kann vorerst besser verwertet werden, doch liegt der Verdacht nahe, dass die leichtere Verwertbarkeit des Fleisch-Eisens eher ein Nachteil ist und zur Entwicklung von Krankheiten beitragen kann. Zudem weiß man auch, dass Vitamin C die Eisenaufnahme fördert und was ist im Blattgemüse enthalten? Vitamin C! Wer sich von Haus aus ausgewogen ernährt leidet keinesfalls an Eisenmangel.

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